Von: Kreistagsfraktion
Hochwasserschutz endlich umsetzen
Die SPD-Kreistagsfraktion will nun endlich das geplante Hochwasserrückhaltebecken (HRB) bei Hornoldendorf auf den Weg bringen. Dazu appelliert Fraktionschef Kurt Kalkreuter an die Kreishaus-Koalition aus CDU, Grünen und Freien Wählern, dem Planfeststellungsverfahren in der nächsten Kreistagssitzung am 12. Dezember zuzustimmen.
„Bislang stand die Koalition in dieser Frage lange Zeit auf der Bremse“, moniert Kalkreuter. Der Werre-Wasserverband, der im Auftrag des Kreises Hochwasserschutz betreibt, hätte schon Ende 2010 gerne mit der Planfeststellung begonnen. Im November 2010 stellte der Verband mit Blick auf die Wiembecke fest: „Die Entscheidung des Kreises Lippe über die Durchführung einer Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Werre-Wasserverband steht weiterhin aus.“
Für Dr. Axel Lehmann (Foto), stellvertretender Landrat und Vertreter des Detmolder Südens im Kreistag, ist klar: „Weitere Verzögerungen darf es nicht geben. Die Hochwassergefahr wird vor dem Hintergrund des Klimawandels steigen. Und schon jetzt beziffern Experten das Schadenspotenzial durch ein Extrem-Hochwasser an der Wiembecke auf rund 140 Millionen Euro.“ Tatsächlich bedroht ein solches Ereignis nicht nur Hornoldendorf und Heiligenkirchen, sondern wirkt sich auch in Detmold und über die Werre sogar bis Lage aus.
Die Zustimmung zum Planfeststellungsverfahren müsste der Koalition umso leichter fallen, als die Dammhöhe von 14 auf 12 Meter reduziert worden sei. Damit passe sich das Bauwerk, das bis zu 660.000 Kubikmeter Wasser aufstauen kann, besser der Umgebung an, argumentieren die Sozialdemokraten. „Natürliche Retentionsflächen, die das Becken überflüssig machen würden, stehen leider nicht im erforderlichen Maß zur Verfügung. Eine solche Lösung hätte auch die SPD gerne gesehen. Aber für echten Hochwasserschutz ist das Rückhaltebecken hier ohne Alternative“, so Lehmann.
Die SPD-Kreistagsfraktion zeigt sich erfreut darüber, dass die Dammkrone mit einer Breite von 13 Metern zum Bau einer Ortsumgehung für Hornoldendorf geeignet ist. Das würde den Ortskern verkehrlich deutlich entlasten. Weitere Planungen zum Ausbau der Hornoldendorfer Straße (K 90) in Richtung Remmighausen lehnen die Sozialdemokraten aber ab. Eine Entlastung Hornoldendorfs dürfe nicht zu einer zusätzlichen Verkehrsbelastung an anderer Stelle führen.


