Bild: Nora Wieners, Ellen Stock und Moritz Lippa

Netzwerk Lippe: Zu Besuch bei einem der besten Arbeitgeber Deutschlands

Gestern durfte ich mal wieder einen der „Hidden Champions“ in Lippe besuchen: Das Netzwerk Lippe, vertreten durch den Geschäftsführer Moritz Lippa und die Bereichsleiterin für Modellprojekte Nora Wieners. Wer das Netzwerk Lippe noch nicht kennt: Als gemeinnützige GmbH mit Sitz in Detmold bietet das Netzwerk Lippe durch Vermittlungs-, Coaching- und Beschäftigungsangebote, wie Zeitarbeitsplätze, neue Perspektiven für Arbeitslose und für besondere Zielgruppen wie etwa Ältere, Jugendliche, Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung oder Migrant/-innen.

Bereits seit 1997 unterstützt das Netzwerk Lippe Arbeitssuchende und Unternehmen in Lippe darin zueinander zu finden – und das äußerst erfolgreich! Vor kurzem wurde es dafür von den eigenen Beschäftigten auf Platz 1 im bundesweiten Arbeitgeber-Ranking, Bereich Dienstleistung des Magazins „stern“ gewählt! Dazu gratuliere ich ganz herzlich! Aktuell sind über 600 ZeitarbeiterInnen beim Netzwerk Lippe angestellt, von denen im Schnitt jeder zweite aus der Zeitarbeit in eine Festanstellung wechselt.

Als Mitglied des Integrationsausschusses des Düsseldorfer Landtags waren auch die vielen Modellprojekte, die speziell für Menschen mit Migrationshintergrund angeboten werden, für mich von großem Interesse. So unterstützt das Netzwerkt Lippe bspw. dass MigrantInnen auch Zugang zu passgenauen Sprachkursen erhalten, berät bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Abschlüssen, unterstützt ausländische AkademikerInnen aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und bietet für Mütter, die erstmals oder wieder arbeiten möchten, ein breites Hilfsangebot an, u.a. bei der Suche nach einem Kita-Platz. Es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie engagiert das Team des Netzwerks Lippe versucht, jeder/m Arbeitssuchenden Perspektiven aufzuzeigen und so Lebenschancen schafft!

Neben vielen guten Beispielen wurden mir aber auch immer wiederkehrende Schieflagen berichtet, die meist eine Ursache haben: starre bürokratische Vorgaben, die der Realität nicht gerecht werden. Ein Beispiel sind Lehrkräfte aus dem Ausland: Oftmals haben sie in ihrem Herkunftsland „nur“ ein Fach studiert, sind also nur als Fachlehrer in diesem einen Fach einsetzbar. Nach deutschem Recht müssen LehrerInnen aber mindestens zwei Fächer studiert haben! Dementsprechend haben wir einen dramatischen Lehrermangel auf der einen Seite, und zugewanderte LehrerInnen auf der anderen, die bei uns nicht arbeiten dürfen. Wir haben also noch viel zu tun im Düsseldorfer Landtag, denn Bildungspolitik fällt ja bekanntlich in die Zuständigkeit der Bundesländer.

Danke für das lehrreiche Gespräch und die für den Kreis Lippe so wichtige Arbeit!